Donnerstag, 26. November 2020

Steinspaziergang - Denk mal an Stolpersteine!

Wir wussten schon alle, dass man über die Stolpersteine nicht wirklich stolpert. Die Steine im Boden vor den Häusern erinnern an Menschen, die dort gewohnt haben und durch die Nazis getötet wurden. In ganz Berlin findet man diese Steine. Der erste Stolperstein ist gegenüber unserer Schule. Den hatten wir schnell gefunden. Dann haben wir noch fünf weitere Steine in der Umgebung gefunden.  Wir haben jeden Stolperstein gesäubert und eine Kerze zum Gedenken aufgestellt. Dann haben wir noch die Namen abgezeichnet. In der Hildegard-Jadamowitzstraße gibt es einen Stein, der an Jacob Petrikowski erinnert, er ist leider nur sechs Jahre alt geworden. 




 


 

Steinspaziergang - Denk mal an Mauern!

Sind wir hier in Ostberlin oder Westberlin? Diese Frage konnten wir gar nicht beantworten.  In Berlin gab es mal eine Mauer. Für fast 30 Jahre bis 1989 war die Stadt geteilt. Die Berliner und Berlinerinnen wohnten in zwei verschiedenen Ländern. Heute sind wir mit der Tram zur Mauergedenkstätte gefahren. Wir haben neue Wörter wie Hinterlandmauer gelernt und uns den Aufbau der früheren Grenze angeschaut. Die Gedenkstätte ist zum Erinnern an die Menschen gebaut worden, die versucht haben von Ostberlin nach Westberlin zu fliehen. Viele haben es nicht geschafft. Wir haben auch ein Stück der Mauer in unser Steinheft abgezeichnet. Obwohl wir draußen unterwegs waren, musste man immer etwas leise sein und nicht rumtoben, weil wir ja in einer Gedenkstätte waren. Ab und zu sind wir aber doch gerannt.  






 
 
 

Mittwoch, 18. November 2020

Steinspaziergang – Denk mal an Berlins Grundstein! - 27.10.2020

Eigentlich wollten wir nach dem Herbstferienprogramm auf der Suche nach weiteren Steinen die Berliner Museen besuchen. Da uns Corona diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung machte, haben wir uns kurzerhand für Rundgänge im Freien entschieden - die sogenannten Steinspaziergänge.

Der erste dieser Spaziergänge war eine kleine Zeitreise zu den Ursprüngen bzw. Grundsteinen Berlins. Mit der U-Bahn fuhren wir zum Alexanderplatz und wanderten von dort aus zum Nikolaiviertel, dem Ursprung des Berliner Teils der alten Doppelstadt Berlin-Cölln. Unterwegs hielten wir noch am Roten Rathaus, aufgrund der markanten Ziegelsteine und um über das Stadt- und die Bezirkswappen zu sprechen. Schließlich findet sich auch in diesen eine Mauer aus Stein. Was wohl der Bär damit zu tun hat?

Am Nikolaiviertel angekommen, konnten wir gleich an den Fassaden der Häuser weitere, teils ehemalige, Bezirkswappen ausmachen. Wir stellten fest, dass nicht alle Häuser wirklich alt aussahen. Das liegt daran, dass das Viertel nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in den Jahren 1980-1987 zwar in Orientierung am mittelalterlichen Grundriss wieder aufgebaut wurde, aber moderne Elemente bekam. So wurde auch die 1230 entstanden Nikolaikirche wieder aufgebaut, allerdings so, wie sie direkt vor der Zerstörung aussah. Viele Umbaumaßnahmen hatten das Gesicht der Kirche im Laufe der Geschichte verändert. Selbiges gilt im übrigen für viele andere Berliner Ursprungsbauten. 

Nachdem wir uns also über die Geschichte des Viertels und Teile Berlins ausgetauscht hatten, brauchten wir erstmal eine Pause. Zum Glück war der Wappenbrunnen mit umliegenden Bänken gleich in der Nähe. Nach einer Stärkung füllten wir unsere Steinhefte mit Abrieben (Frottagen) der wunderschönen mittelalterlichen Zunftzeichen bzw. Siegeln der Brüstungsplatten des Brunnens. Die Frottage-Technik nutzten wir dann auch für die Mauern der Nikolaikirche, weil uns hier sowohl Feld- als auch Ziegelsteine begegneten. Außerdem machten wir Skizzen der Kirche.

Eigentlich wollten wir danach weiter zur Fischerinsel, also ins alte Cölln, und von dort aus weiter zum Märkischen Museum und dem Bärenzwinger im Köllnischen Park, um das Geheimnis um das Wappentiers zu lüften, aber wir waren leider zu müde. Deswegen besuchten wir noch schnell die Bau- und Ausgrabungsstelle am Molkenmarkt, dem ältesten Markt Berlins, und steuerten von dort auf die letzten Reste der etwa 1250 gebauten Berliner Stadtmauer in der Waisenstraße zu. Auch sie erlebte einige Umbaumaßnahmen bis sie im 17. Jahrhundert für den Festungsbau geschliffen wurde. Heute erinnern nur noch diese Reste aus Feld- oder Ziegelsteinen und einige Straßen- oder Platznamen an die alten Verteidigungsanlagen der Stadt. Ach nein, hatten wir sie nicht auch schon auf den Bezirks- und dem Stadtwappen Berlins entdeckt?

Den Abschluss unseres Steinspaziergangs bildete die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche (Ende 13. Jahrhundert) nahe des U-Bahnhofs Klosterstraße, von dem aus wir dann zurück zur Schule fuhren. 

Montag, 16. November 2020

Denk mal an Stelen!

10.11. 14 - 17 Uhr Steinspaziergang – Denk mal an Stelen! Bei unserem Steinspaziergang ging es diesmal zu den Stelen des Holocaust Denkmals in Mitte. Wir fuhren mit der U-Bahn bis Mohrenstr. und mussten dann noch ein Stückchen laufen.
Was ist eigentlich ein Denkmal? Und was sind Stelen, diese Fragen beschäftigten uns auf dem Weg. Angekommen ging es im Gänsemarsch durch die Stelen. Stehen die Steine eigentlich gerade? Wie fühlen wir uns hier, wie riechen die Steine und wie fassen sie sich an? Es war sehr spannend und es fielen Kommentare wie: "ich fühle mich sehr klein, wie eine Ameise und sehr verloren, alles ist so schief hier." Dann hielten wir in unserem Steinheft einen Eindruck fest, es wurde geklebt, Abdrücke genommen,und zwischendurch mussten wir auch immer wieder rennen, denn es wehte auch ein sehr kalter Wind.

Mittwoch, 11. November 2020

 

Ferienworkshops im Oktober 2020 - Pyramiden, Götter, Hieroglyphen 

 

Hatten die Bildhauer im Alten Ägypten eigentlich keine Schmerzen in den Fingern, wenn sie jeden Tag Bilder in den Stein gekratzt und gehauen haben? Wir haben es ausprobiert...
Den ganzen Tag haben wir mit einem Nagel, einem Stein oder Feilen eine Gipsplatte bearbeitet, zum Glück keinen harten Granit wie bei den Pharaonen. Dann haben wir unsere Bilder bemalt: den Totengott Anubis, Pharao Tutanchamun, Hieroglyphen oder das Udjat-Auge von Horus.  




 








 


Sonntag, 1. November 2020

Hand an die Wand – Steinzeitgraffiti - 19./20. sowie 21./22.10.2020

 
Schon in der Steinzeit, der ältesten Epoche unserer Geschichte, beeinflussten Menschen ihre Umwelt. Die Auswirkungen waren meist weniger fatal als heutzutage und lassen sich im Boden, in Form von kunstvoll gearbeiteten Gegenständen und auch an Höhlenwänden erkennen. Geschickt wurden Unebenheiten und Schattenwürfe der Höhlen in die Malereien eingearbeitet, sodass der Eindruck entsteht, als wären diese lebendig. Die gewählten Motive zeigen uns Ausschnitte aus der damaligen Lebenswelt.

Genau diesem Thema - Lebenswelt der Steinzeit - wollten wir uns in unserem Workshop annähern. Mit Hilfe von Nachbildungen der Dinge, die die Menschen der Steinzeit benutzten oder die sie umgaben, begaben wir uns auf eine Zeitreise. Wir betrachteten einen Faustkeil und andere Werkzeuge aus Feuerstein; Geweihwerkzeuge; Mammut-, Wollnashorn- und Säbelzahntigernachbildungen; Felle und Leder; Muscheln, Bernstein und andere Schmuckgegenstände; Figuren, die wie dickliche, nackte Frauen aussahen sowie rötliche, schwarze oder auch weiße Steine. Diese Steine waren die Grundlage für die Steinzeitfarbe und alle anderen Gegenstände die Motive der Bilder. Aber wie wird aus Steinen eigentlich Farbe gemacht?

Zunächst mussten wir die Farbsteine an größeren, festeren Steinen reiben. Den dabei entstandenen Staub, die sogenannten Pigmente, sammelten wir in Schüsselchen aus Holz oder Geweih. Aber zum Glück konnten wir schon mit modernen Hilfsmitteln geriebene Pigmente benutzen, sonst würden wir vermutlich immernoch reiben. Um nun wirklich malen zu können, mussten wir Wasser zu den Pigmenten geben. Da wir nur Papier und keine echte Höhle zur Verfügung hatten, war auch ein Bindemittel, in unserem Fall Tapetenkleister, von Nöten. Ein Bindemittel der Steinzeit wären bspw. Eier oder in einer späteren Phase auch Bier. Unsere Farbmasse musste nun mit dem Finger auf unseren Ton- oder Muschelschälchen ordentlich durchgemischt werden. Praktisch, denn so konnten wir sofort steinzeitgetreu ein erstes Bild gestalten. Um noch eher das Gefühl einer Höhlenwand zu erhalten, nutzten wir Packpapier, das wir vor der Bemalung zusätzlich zusammenknüllten. Zum Vorzeichnen oder Herausarbeiten von Akzenten konnten wir Holzkohlestäbchen benutzen. 
 
 

Am nächsten Tag beendeten wir zunächst die Kunstwerke, die noch nicht fertig waren, und wiederholten unsere Erkenntnisse vom Vortag. Danach mixten wir eine etwas dünnere Farbmischung zusammen, denn wir wollten ein größeres Gemeinschaftsbild mit einer speziellen Sprühtechnik gestalten. Die Menschen der Steinzeit benutzten dafür direkt ihren Mund oder eine Zusammenstellung von ausgehöhlten und teilweise ganz hohlen Knochen sowie Federkielen. Glücklicherweise konnten wir auch hier auf moderne Hilfsmittel, sogenannte Fixativspritzen, zurückgreifen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und mit anderen Hilfsmitteln wie Schwämmen oder Pinseln hatten wir am Ende alle unsere eigene kleine Höhlenwand gestaltet.

Vergrabene Schätze aus Stein - 16.10.2020

Im Boden unter unseren Füßen sind nicht selten Schätze verborgen. Allerdings sind diese weniger aus Gold, Silber oder anderen kostbaren Materialien. Vielmehr bestehen sie aus gebranntem Ton, Knochen, manchmal Eisen oder eben auch Stein. Es sind Überreste von Menschen aus längst vergangenen Zeiten. Doch wie findet man solche Fundstellen und, viel wichtiger, wie gräbt man die darin liegenden Funde eigentlich richtig aus?

In unserem Workshop haben wir uns im ersten Teil mit Beispielen aus der Archäologie beschäftigt. Wir haben besprochen, welche Werkzeuge und Hilfsmittel die Wissenschaftler*innen benutzen, wie sie Funde entdecken und sorgfältig Schicht für Schicht freilegen. Aus den so gewonnenen Planums- und Profilzeichnungen (oder auch -fotos) eines sogenannten Grabungsschnittes können die Forscher*innen später die Entstehung und das ungefähre Alter der Funde bestimmen. Jeder Arbeitsschritt muss genauestens festgehalten, man sagt auch dokumentiert, werden.

 
Also haben wir uns im Schulhof auf die Suche nach solchen Schätzen begeben. In zwei Sandkästen bemerkten wir ungewöhnliche Stellen an der Oberfläche. Wir bildeten Teams und legten Schnitte an, in denen wir dann Schicht für Schicht den Boden abtrugen, genauso wie echte Archäolog*innen. Dabei erkannten wir, dass wir Gruben, Gräben und sogar einen Tell, also einen Siedlungshügel, entdeckt hatten. Noch viel ungewöhnlicher waren die Gegenstände, die wir darin fanden: Keramikscherben, ganze Töpfe oder Teller, einige Steine, Muscheln, aber vor allem Legosteine in der obersten Schicht. Offenbar hatten hier sehr lange Menschen gelebt, die ihre Häuser am Ende aus Legosteinen bauten. Mit Sieben sammelten wir auch die allerletzten Fundstücke aus dem Sand und verstauten sie in sogenannten Fundtüten.
 

Nach der Mittagspause machten wir uns daran, die gefundenen Objekte zu waschen. Einige von uns wollten sogar noch weiter in die Arbeit von Archäolog*innen eintauchen. Sie bestimmten das Gewicht sowie Länge, Breite und Dicke der Stücke und machten kleine Fundzeichnungen. Jedes noch so kleinste Detail kann für die genaue Bestimmung der Funde wichtig sein. Ebenso wichtig ist die Wiederherstellung, also die Rekonstruktion, der Objekte. Deswegen haben wir am Ende alle gefundenen Legosteine unter uns verteilt. Vielleicht entdeckt der ein oder andere Detektiv der Vergangenheit zu Hause, welchen Zweck diese Steine einst hatten.